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Mittwoch, 6. Januar 2016

Rhetorik

Sprachkünstlerisches Verschwindenmachen der Sache hinter ihrer Darstellung.

Theorie
Nicht mehrheitsfähiger Versuch, die Sache gegen ihre Darstellungsmodi geltend zu machen.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Gemeinschaftserlebnis

Das, was man hat, wenn man kurz mal vergisst, dass - und wie - man schon vorher dazugehört hat.

(siehe > Heimat)


Samstag, 14. November 2015

Hasbará

    Ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit der Regierung Israels, um international eine positive Berichterstattung über Israel und seine politischen Anliegen zu fördern.“
    (Wiki) 
     
    Richtigstellung:
     
    1. Regierungen haben keine Anliegen, also Wünsche und Bitten an den Machthaber, dem sie mit ihrer Herzensangelegenheit kommen dürften. 
     
    2. Öffentlichkeitsarbeit wird betrieben in den Selbstdarstellungen von beispielsweise Konzernen. Für die Verbreitung von positiven Narrativen durch den über sich selbst aufklärenden Situationsmächtigen gibt es einen durchaus gebräuchlichen Begriff: Propaganda.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

„Können Sie ausschließen, dass...?“

Natürlich kann das überhaupt keiner, weil die Frage dazu auffordert, eine durchaus denkbare Möglichkeit zu negieren.
Und möglich ist nun mal alles. Das ist nämlich der Begriff von Möglichkeit.
Weswegen sich vernünftige Leute erst gar nicht mit so was abgeben, sondern Gesprächsgegenstände denken.

Die Frage ist also gar keine.
Sie soll lediglich das Gegenüber Mores und Demut lehren. Was auch immer der Befragte an Nachvollziehbarem bislang geäußert hat, ist seiner Nichtigkeit überführt: er kann noch nicht mal... muss also zugeben, dass...[das von langer Hand vorbereitete und unrevidierbare Vorurteil des Interviewers voll zuschlägt]

Ein finaler Totschläger der Absenz eines Gedankens als der Weisheit letzter Schluss.
Das „Ignorabimus“ der um Ignoranz Bemühten.

Die propagandistisch ausgefeilte Form dieses gezielten geistigen Leerlaufs sieht so aus:

Warum Putins Bomben ausgerechnet dem IS nutzen könnten“

(Quelle: Focus)

  • Aber ich bitte Sie, das kann man doch nicht ausschließen!“

Montag, 19. Oktober 2015

Seit dem Turmbau zu Babel

liegt nichts mehr beim Sender, sondern bei all dem, was beim Empfänger so ankommt.
Und selbst das ist keineswegs das Entscheidende. Sonst würde ja die im Parlament geballte Wucht von Wissen und Gewissen zu etwas ganz Unerhörtem führen.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Revolution

Wissen Sie, was eine Revolution ist? 
Gehen Sie zum Media-Markt. Da stehen mehrere davon zum Verkauf.

Montag, 22. Juni 2015

Miszelle zur Sprachwissenschaft


Die Veröffentlichung von Staatsverbrechen der unterschiedlichsten Kaliber wird in den mir bekannten Demokratien als ein Sicherheitsrisiko eingeschätzt.

Im Unterschied zu Einschätzungen irgendwelcher herbeibedankter Experten von Nachrichtensendungen sind solche Einschätzungen - ganz ohne Linguistik - Tatbestandsfixierungen.

Sonntag, 21. Juni 2015

Friedensprozess

Wird dem Frieden der Prozess gemacht, kann sich das schon mal länger hinziehen.
Beruhigend, dass derweilen außerhalb des Verhandlungssaals der Krieg für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung sorgt.

Gegen die „Schattenseiten der Gesellschaft“

kann man nichts machen.
Oder willst du vielleicht die Sonne ausknipsen?

Samstag, 13. Juni 2015

Oligarchen

In Russland und Amerika heißen sie Milliardäre.
Bei uns in Deutschland heißen sie Leistungsträger.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Political correctness

ist Sprachregelung auf demokratisch.

Z. B. hören sich die faktisch sich ausbreitenden Wüstengebiete an, als ob das nicht so ganz in Ordnung wäre.
Ich sehe da zwei Möglichkeiten, wie man das ohne größere Aufregung unter die Leute bringen könnte. Entweder wir kommen denen mit der Wissenschaft. Dann kann man gegen eine Expertise zur „Desertifikation“ eh nichts machen, und das Ganze ist sowieso schon in kompetenten Händen.

Oder wir nennen das Ganze sachlich neutral ein „Phänomen“, das durch „Waldgebiete minderer Beforstungsdichte“ zu kennzeichnen sei.
Der kumulative Effekt von grund-loser Bildungssprache plus euphemisierendem Verwaltungsdeutsch dürfte Unauffälligkeit garantieren.

Das Rechtschreibprogramm meines Computers beanstandet übrigens als unbekannt und dringlich einer Überprüfung bedürftig: Verwaltungsdeutsch, euphemisierend, grund-los, und Beforstungsdichte.

Dieses phantasielose Arschloch von einem Dumpfheimer kennt also wirklich nur, was die Sprachzensur bereits erfolgreich durchlaufen hat.
Gerade beanstandet er „Dumpfheimer“. Dieser politisch korrekte Trottel erkennt also noch nicht mal eine Beleidigung, wenn er mit der Nase mitten hinein getunkt wird.

Dienstag, 27. Januar 2015

Sprachkritik

Der Haufen, der sich um die - durch die vorhergegangene politische Elite gründlich verbockten - Angelegenheiten mal eben für die nächsten vier Jahre kümmert, macht das "noch besser und effizienter", damit die nächste Charge von Politikern...



Sprachkritik ist irgend so was nutzlos an die Wand Gepisstes. 
Aber es erleichtert ungemein.



Samstag, 9. Juni 2012

Sensibel

Aus dem medialen Rauschen hört man:
-“ Seien Sie sensibel für guten Sex.“
-Trocken, fettig, sensibel. Bestimmen Sie ihren Hauttyp.“
- Ferner kennt die Politik „sensible Güter“. Darunter fällt keineswegs der Exportschlager Kriegsgerät.
Die Innenpolitik sieht sich ständig konfrontiert mit einer „sensiblen Sicherheitslage.“ Die politische Klasse quatscht auch von „sensiblen Lösungen“, die ausgerechnet dieser Schlägerhaufen finden soll.
Israel ist übrigens eine "sensible Materie".

Ob überhaupt noch irgendwem an all dem auffällt, dass hier menschliche Subjekte ebenso wie dingliche Objekte unter „sensibel“ kategorisiert werden?

Behutsamkeit im Umgang mit der Sprache und mit Unseresgleichen ist von diesen Sensibelchen jedenfalls nicht zu erwarten.

Samstag, 24. März 2012

„Da geht die Sonne auf!“


Kaum hat der Praktiker der Richtigkeit eines Gedankens, der nicht bloß das Gegebene wiedergibt, zugestimmt, schon bemängelt er dessen untunliche Handhabbarkeit im Handgemenge.
Seine Unverschämtheit fordert also vom Gedanken, er solle eben doch bloß in Sprache gefasste Verdoppelung der Wirklichkeit sein.

Dieses Falls ließe sich die Wirklichkeit allerdings einfach durchstreichen.

Man probiere das mal mit folgendem richtigen Gedanken über die Konkurrenz:

Die besonders bei den Verlierern beliebte Auffassung, dass die Menschen nichts taugen, wird lässig widerlegt durch einen Blick auf einen beliebigen Index  eines beliebigen Börsentages.