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Freitag, 8. Januar 2016

„1000 Ideen, die Welt zu verbessern“

So der - passable Auflagenhöhen versprechende - Titel eines Buches, dessen Drucklegung zumindest die Lage des Autors verbessert.

Abgesehen davon gilt: Die Behebung eines sozialen Problems durch individuelle Rührigkeit hat noch nicht mal beim „Aschenputtel“ funktioniert.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Verantwortungsethik

Solange es das Wahlvolk ist, das im Vierjahresrhythmus seriell zur Verantwortung gezogen wird, kann es mit besagter Ethik nicht weit her sein.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Geopolitik

Die vom Kapital an seinen umsetzungskompetenten Erfüllungsgehilfen outgesourcte Unterabteilung der politischen Implementierung militärisch strategischer Notwendigkeiten zum Zwecke der Ausweitung des Verantwortungsbereichs von unfailing states.
Und da sage noch einer, die strengen sich nicht gewaltig an. 
Beim Verbergen des Imperialismus hinter Akademismen.

Montag, 14. Dezember 2015

Stil und Stand

Merkwürdig.
Alle Berufsbezeichnungen gibt es in einer abträglichen und einer honorigen Fassung.

So spricht das Volk wohl von den „Verwirrten“, wenn Geisteswissenschaftler gemeint sind. 
Oder die Putzfrau. Die kennt man in den gehobenen Kreisen als Raumpflegerin.

Nur bei den Politikern ist das anders. Da ist nur die herabsetzend bis verächtlich gemeinte Form „Politiker“ im Umlauf.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Traditionelle Sittlichkeit

Gefestigte moralische Charaktere
haben nichts gegen den Krieg.

Sie setzen ihn auf die Tagesordnung.
Stimmen ab über sein Stattfinden,
und ertragen ihn in vorbildlicher Seelenruhe

auf ihren gepolsterten Stühlen.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Doppelmoral

Schwer von Begriff wie ich nun mal bin, will mir einfach nicht in den Kopf, warum und bei wem der Vorwurf der „Doppelmoral“ überhaupt einen Stich machen sollte?
Was soll denn da doppelt sein, wenn die einen, wie die andern, Massen von Leuten umbringen und die Überlebenden in Flucht und schmerzdurchtobten Untergang treiben? Das Selbe nicht das Gleiche?

Das nimmt euch doch keiner ab, dass das eine Programm von hirnentkernten Killern ethisch geboten, während das andere verwerflich sei.

Oder doch?
Ob es so etwas wie moralisch verseuchte Gehirne gibt?

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Aus der Not eine Tugend machen

Diese Redensart will heute von der clever genutzten Chance in einer Zwangslage künden.

Dabei strotzt sie doch nur so vor Verachtung über das wohlfeile Taschenspielerkunststück, die zwangsweise aufgenötigten Entbehrungen zum freiwilligen frommen Fasten umzudeklarieren.

Zu Zeiten der Kirchenväter war diese Aufforderung zum Selbstbetrug allerdings noch ganz ernsthaft als tröstliche Empfehlung gedacht: wenn du schon ans Kreuz genagelt wirst, dann mache daraus ein Martyrium, also einen Beitrag zum Erlösungswerk der Menschheit.

Im heutigen Zeithorizont der massenhaft „verpassten Chancen“ wollen halt die Deppen des Wertgesetzes  lieber daran glauben, dass man aus der Scheiße, in die man bis zum Halse geritten wurde,  als gerissener Hund Geld machen kann.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Nicht ganz bei Troste sind die Trostlosen.

Sehet doch, wie unvernünftig diese Verwirrten sich weigern, dem ihnen hilfreich Eingesagten treu zu trauen.


Montag, 30. November 2015

Legitime Kriege

gehen mir ja so was von am Arsch vorbei.
Von irgendwelchen illegitimen habe ich nämlich noch nie was gehört.

Denkt, solange das noch legal ist.

Sonntag, 29. November 2015

Gutmenschen und Systemkritiker

Neuerdings wird es hoffähig, sich als Gutmensch zu outen. Also als einer, der die Moral auf seiner Seite weiß, wenn er auf die Leute schimpft.
Das mag er gerne zu seinem Privatvergnügen tun, aber es ist ein Missverständnis, wenn dergleichen als Kapitalismuskritik ausgegeben wird.

So einer hält als nicht approbierter Ethikphilosoph oder als religiös motivierte Moralwachtel die ungeliebten Auswirkungen des Kapitalverhältnisses für abhängig vom guten oder bösen Willen seiner Agenten.

Nun ist es aber an dem, dass man seine ideelle Unterwerfung unter einen Gott namens Mammon schon gefahrlos kündigen kann, ist der inkriminierte böse Mammon aber eine Metapher für die materielle Abhängigkeit vom Kapital, tut man dies mit dem erheblichen Risiko, seine bürgerliche Existenz zu verlieren.

So ein Gutmensch versuche doch bloß einmal, seine Miete dauerhaft dem schnöden Immobilienhai vorzuenthalten, um ihm Anstand im Umgang mit seinen Mietern beizubringen.

Samstag, 28. November 2015

Ein Friedensprozess

genanntes Unding macht jetzt bereits im fünften Jahrzehnt dem Frieden im nahen Osten den Prozess.

Ein vergleichbares Unding, der Demokratisierungsprozess der Türkei, war bei dessen Geburt bereits drei Dezennien älter.

So lange halten sich inexistente Wesenheiten, wenn ein politisch - gesellschaftliches Interesse an ihnen besteht.

Die Sprache bleibt bei solchen obskuren Vorgängen zwar die erste, aber nicht die einzige Tote.

Sonntag, 22. November 2015

Metaphern

Die des öffentlichen Sprachgebrauchs unterstehen eindeutigen Dienstverpflichtungen.

Wenn sie Fahnenflucht begehen, findet man sie in persönlichen Chiffrensystemen und anderen Erkundungsstreifzügen des vagabundierenden Geistes.

Sonntag, 15. November 2015

„Politiker sind Verbrecher“

(Vivienne Westwood),

denen der Wähler die Vollmacht erteilt,
die Verfahrensregeln des Umgangs mit Nichtpolitikern nach Opportunität zu novellieren.
(gitano)

Sonntag, 25. Oktober 2015

"Verrohung"

ist die raffinierte Delikatesse der Angesehenen, auf denen der Blick der Unansehnlichen buchstäblich länger und öfter verweilt, weil es nämlich ausschliesslich auf sie ankomme.

Montag, 19. Oktober 2015

Amerikanische Kritikformen

Täglich sterben 30 Amerikaner an Schusswaffendelikten, 60 durch ebenso schweigsame Selbsteliminierung.

Seit dem Turmbau zu Babel

liegt nichts mehr beim Sender, sondern bei all dem, was beim Empfänger so ankommt.
Und selbst das ist keineswegs das Entscheidende. Sonst würde ja die im Parlament geballte Wucht von Wissen und Gewissen zu etwas ganz Unerhörtem führen.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Anspruchshaltung

Sehr ärgerlich, dass die Lehrer und die Beamten, die Demonstrierer und die Patienten seit Jahren sich so horrend übertriebene Ansprüche gegenüber dem Staat halten.

Jetzt kommen auch noch die Flüchtlinge und beanspruchen in ihrer Unverschämtheit sogar noch ein Recht auf Hungerstreik!
Nur zu. Das wird sie auch bei mangelnden Deutschkenntnissen lehren, was es heißt, in einem Rechtsstaat zu leben.

Kurz und dreckiger Klartext zur Rollenprosa:
Ansprüche stellen Abhängige. Was daraus wird, entscheidet die angerufene Instanz.

Donnerstag, 10. September 2015

Aus fremder Feder

"Wenn du Ärger haben willst, Sohn, dann solltest du dir welchen suchen, der dir Profit bringt, nicht nur Selbstverwirklichung. Vergiß das nie."
(Daniel Woodrell)

Sonntag, 6. September 2015

Zweckbündnisse

Es kommt vor, dass der Normalo und der Revolutionär die selben Dinge nicht mögen.
Aber aus verschiedenen Gründen.
Als die Hindernisse gemeinsam blutig aus dem Weg geräumt waren, konnte sich das Bürgertum der französischen Revolution ganz plötzlich keines Kombattanten mehr erinnern.


Querfronten sind  der Unsinn zu glauben, es gäbe das siegreiche Interesse gleich mehrfach.

Donnerstag, 3. September 2015

Kapitalismuskritiken gibt es

wie Samenfäden in den Hoden.

Selbst der Neo-Liberalismus hat eine. Er ist ihm nicht kapitalistisch genug, um endlich das Glück ausbrechen zu lassen.


Die dümmste aber ist die moralische. Sie nimmt ihren Gegner einfach nicht ernst als die systematische Veranstaltung, die er ist. Ihr besteht der Kapitalismus aus lauter Leuten, die im Falle geläuterter Lauterkeit zum gestuften aber ubiquitären Behagen führt. Sie sieht nur korrupte Gierschlünde, Mafiosi und unverantwortliche Lobbyisten am Werk. Ließen die sich bekehren, käme jeder zum wohlverdienten Seinen.


Ihnen sei folgender einfacher Sachverhalt zu erwägen nahegelegt: 

2 ist mehr als 1. Das leuchtet jedem Idioten sofort ein. Das macht den Kapitalismus ja so erfolgreich. Er wurde von intelligenten Idioten für blosse,  das ihnen Zugeteilte unproduktiv verputzende, Idioten erfunden.
Was nämlich letztere nie begreifen werden: um aus eins zwei zu machen, haben nur die Wenigsten die Mittel dazu. Und die haben ein starkes Interesse daran, dass das auch so bleibt.
Was also sind Idioten?
Einbeinige Torschützen, die ihre Chance bis zum letzten abgefackelten Flüchtling schützen.