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Samstag, 2. Januar 2016

Man macht in Socializing,

doch nur, wenn man karrierehalber einfach nicht umhin kommt.
Freiwillig mixt man sich nur dann unter die andern rein, wenn man sich selber zum Halse heraushängt.
Die paar, die lieber ihren eigenen Blödsinn reden, rotten sich in Hinterzimmern zusammen.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Demokratiekultur


Das politische Kabarett hat die Funktion der Sonntagspredigt übernommen. Alle nicken heftig und klatschen – und hinterher wird das falsche Leben einfach weitergeführt.

Hupen Sie, wenn Sie gegen Autos sind!

(Quelle: der Kiezschreiber Matthias Eberling)

Montag, 7. Dezember 2015

Fußball zum Beispiel

Ein Haufen hervorragend durchtrainierter Rüpel tritt nach Maßgabe einer Anzahl von Regeln gegen einen ebenso gut vorbereiteten anderen Haufen an.
Letztendlich kommt es bei diesem Spiel darauf an, dass einer gewinnt und einer verliert.
Man wundert sich nicht, dass nach dieser Regelung derjenige verliert, der nicht gewonnen hat.

Dennoch wird jedes Mal erneut vom Verlierer eine Unmenge an analytischer Schärfe für die Suche nach dem Schuldigen aufgewendet.

Montag, 23. November 2015

Der Wissenschaft

wird gemeinhin eine befreiende Wirkung zugeschrieben. Kennen wir die Gesetze des Gegenstand, können wir sie zu unseren Gunsten verwenden.

Die Gesellschaft als Studengegenstand hat freilich das Trickreiche an sich, dass sie über  die Mittel verfügt, sich dem Objektstatus zu entziehen, um ihre Reproduktion zu sehr exklusiven Gunsten zu gestalten.

So kommt es, dass zwar demnächst führerlose Busse die Beförderung der Massen erledigen werden, aber der Gedanke einer Selbststeuerung
der Massen, die – all inclusive – autonom ihr Wohl befördern, nichts als hemmungslose Heiterkeitsausbrüche provoziert.

Montag, 19. Oktober 2015

Amerikanische Kritikformen

Täglich sterben 30 Amerikaner an Schusswaffendelikten, 60 durch ebenso schweigsame Selbsteliminierung.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Wussten Sie eigentlich schon...?


Der Gebrauch des Smartphones ist geeignet,
Ihren Hang zum Asozialen zu verstärken.

 Und verengt Ihren Horizont gewaltig.


Sonntag, 9. August 2015

Small talk


ist mittlerweile zu einem generalisierten Befehl geworden.
Auch über die Zusammenkünfte informeller Guppen hinaus: 
„Talk small!.“
Das ist die gesittete Übersetzung von:
"Schnauze, Arschloch!" 




Samstag, 4. Juli 2015

„Alt werden, ohne alt zu sein...“


Wer hätte das zu Zeiten unserer Väter gedacht, was heute alles möglich ist ?
Heute, in der schönen, neuen Weltordnung sind schon die noch gar nicht mal so alten Zwanzigjährigen bereits zu uralten Greisen geworden und tapern - auf ihre Selfie Sticks gestützt - über die Schlachtfelder.

Freitag, 3. Juli 2015

Innerlichkeit

Neben den Häuslebauern und vorbildlichen Konsumenten gibt es auch noch die alternativen Schutz- und Glückssucher, die durch demonstratives Abwesen in Blick und Kommunkation bekannt geben, dass sie es vorziehen, in sich zu gehen.

Da drinnen kann es aber wirklich nicht sehr attraktiv zugehen. Sie kommen immerzu alle wieder raus.

Samstag, 9. Mai 2015

Unfähigkeit zum Smalltalk


Ganz schlimmer Charakterfehler, der heute mangelhafte Sozialkompetenz heißt.
Wird mit einer Vereinsamung bestraft, die als solche vom Abgestraften tatsächlich erlitten wird, sobald der Verein zum Zwecke der Einsamung Sozialkompetenz an ihm verübt.



Mittwoch, 25. März 2015

facebook


Ich halte den smartphone-user keineswegs für oberflächlich, gefühlsarm, kindisch und dumm.
Ganz im Gegenteil.
Der smartphone-user ist oberflächlich, gefühlsarm, kindisch und dumm.

Sonntag, 8. März 2015

Die Dienstleistungsgesellschaft

hat entdeckt, dass es Geldteilhabschaften gibt, die bereit sind, sich für jeden Scheißdreck dosiert davon zu trennen.
Angesichts dieser zivilisatorischen Hochkulturleistung...
was bin ich doch für ein barbarischer Bauer, wenn ich unbeeindruckt darauf hinweise, dass bei der geringsten Stockung der elegant dahinfließenden Ausbeutungsverhältnisse als erstes die Schokoladenmassagen aus dem Kulturbudget gestrichen werden!


Donnerstag, 26. Februar 2015

Sehnsucht

Wollüstiges Gefühl beim Gedanken der Getrenntheit vom Absoluten.

Den vom Relativen gerne Gebeutelten ist das bekannt als „Absolut Wodka“, das absolut neue Handy, und generell die absolute Konsumfreiheit mit absoluter Priorität bei absolutem Hartz IV.

Meine Absolution kriegen die nicht.

Sonntag, 25. Januar 2015

Wohnkultur, Kochkultur, Esskultur...Konsumkultur

Kulturen auf deutschem Boden gibt es nicht.
Was so genannt wird, sind mitgebrachte, brauchtümliche Entlastungen vom Entscheidungsdruck für Immigranten, die nur im Falle ihrer Straffälligkeit entsprechende Befassung hervorrufen.
Kultur hingegen gibt es schon, und zwar entweder als verbindliche Leitkultur für heuchlerische Ritualisten, oder als täglich gelebtes Einstehen für die paar Universalien des Humanismus und der Aufklärung.
Soweit die Fakten.
Was bedeutet es nun, wenn es - unter zahllosen anderen - eine nachlesbare „Fußpflegekultur“ gibt? Und jeder hundsgewöhnliche Alltagsvollzug mit einem *-Kultur hintendran etwas ist, wo man beim Geldausgeben in einer „Lifestylekultur“ seine Kultur beweisen kann? 
 
Sobald sie Kultur hören, zücken sie ihren Geldbeutel für jeden Schnickschnack.

Samstag, 3. Januar 2015

Grundgesetz § I

Wir respektieren und schützen alle uns anfallende Macht.
Wir könnten nämlich eines Tages auf der Seite der Sieger sein.

Grundgesetz § II
Wenn es einen Menschen drängt, etwas auszusprechen, was er in seinem eigenen Interesse besser verschweigt, ist das die Wahrheit.
(Miroslav Krleža)

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Schlimme Folgen der Bildung

Mit jedem weiteren akademisch Gebildeten steigt der statistische Durchschnitt des Intelligenzquotienten bei den zum Bezug von Hartz 4 Berechtigten.
Mit diese prozentualen Zunahme von Durchgebildeten wird die Hürde vor den - jetzt nur noch denkbaren - Alternativen immer höher.

Freitag, 5. Dezember 2014

Psychologie des Untertanen

Paragraph 1:
Am wohlsten ist es den Leuten, wenn man sie machen lässt, was ihnen angeschafft wurde.
Sie scheinheilig für ihren naiven Diensteifer zu über-loben, macht keinen Sinn bei Leuten, die das für einen wohlverdienten Ordensersatz nehmen und sich solcherart motiviert in Ekstase arbeiten.

Das Verständnis für Ironie setzt nämlich die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion voraus.

Sonntag, 30. November 2014

Idealist

ist man normalerweise notgedrungenermaßen.

Nur Angeber, Heuchler, Identitätssucher und Nationaldichter sind das vorsätzlich freiwillig.


Und dann gibt es auch noch diese widerwärtige Koketterie der "unverbesserlichen Idealisten“ mit ihrem „Mut zu...“ allem ohnehin Erlaubten.

Mittwoch, 26. November 2014

„Patriotische Europäer“

und andere untertänige Souveräne
rüpeln jetzt Anti-
gemeinsam mit
volksamen Aristokraten

und karnivoren Vegetariern
verantwortungsvoll für
ihresgleichen.

Aber es ist schlimmer als die bloße Giftküche aus Worten vermuten lässt:
Die Erfindung eines Feinds von außen, macht die Widersprüche im Inneren mundtot.
Für welchen Krieg ergehen hier die ideellen Einberufungsbescheide?

Sonntag, 23. November 2014

Écrasez l’infâme

Voltaires Kampfruf gegen die katholische Kirche und abergläubische Rückständigkeit würde heute - seiner Intoleranz und hassvollen Aggressivität wegen - ins Gebildetenghetto verbannt werden zum Zwecke der selbstreflexiven Beschäftigung mit Geschichte.

Wenn denn überhaupt noch bekannt wäre, dass der Hass ein großartiges Tonikum beim Kampf gegen alle Formen des geistlosen Schädigens ist.
Stattdessen brandmarkt die Geistlosigkeit diese letzte Ressource der Ohnmacht als Charakterfehler.

Das heutige Ideal eines wohlgeratenen Menschen? Weichgekochtes Gemüse.